Unfreiwillig Sesshaft - Die Ayoreos und das Leben nach dem Wald. - ENLUMEN Photography travel-people-sports-africa-latinamerica-europe

Fotoaustellung - Unfreiwillig Sesshaft

UnfreiwilligSesshaft Trailer 1

Die Vernissage: Dienstag, 17. November, 19h im Unternehmen Mitte.ch in Basel

Gerbergasse 30, CH – 4001 Basel
Die Ausstellung ist dort von 18. November bis zum 30. November zu sehen.

Die Ayoreos - Das Leben nach dem Wald

Ein ganzes Volk verliert seine Identität, hat keine Orientierung mehr. Alles was bisher gültig war, ist nun bedeutungslos. Es sucht nach der Betriebsanleitung für diese neue, globale Welt. Nur, es gibt keine.

Der Besuch der Ayoreos hinterlässt dieses Gefühl der Orientierungslosigkeit. Sie sind die Ureinwohner des Gran Chacos im Norden Paraguays. Bis in die 50iger Jahre des letzten Jahrhunderts lebten sie ohne an der allgemeinen Gesellschaft teilzunehmen. Mehr oder weniger freiwillig und mit Versprechungen auf ein besseres Leben wurden sie aus dem Wald geholt und in Lagern angesiedelt. Die anschließende Integration der Ayoreos beschränkte sich auf das Verbannen ihrer ursprünglichen Gebräuche durch evangelikale Missionare und ihr Lebensraum, der Wald, wird seitdem von Bulldozern für die Viehzucht zerstört. Mit dieser physischen Zerstörung des Lebensraums geht die Zerstörung von Wissen um das Leben im Wald einher. Es verblasst in den Köpfen der Alten. Die jungen Ayoreos brauchen diese Fähigkeiten einfach nicht mehr.

Gerald Henzinger reist in den Gran Chaco Paraguays und besucht das indigene Volk der Ayoreos. Er portraitiert Menschen, die den Prozess des Erstkontakts mit der globalen Gesellschaft erlebten. Sie waren die Nomaden im Urwald des Chacos. Meistens suchten Missionare nach ihnen. Sie sollten ihr Nomadenleben aufgeben und sesshaft werden. Viele sterben kurz nach dem Erstkontakt an für uns einfachen Krankheiten, weil ihnen die Abwehrkräfte fehlen. Manche wollen ihr Leben im Wald nicht aufgeben und streifen noch immer durch den Chaco - ohne Kontakt zum Rest der Welt.

Fünf Wochen durfte der Fotograf mit den Ayoreos mitleben und fotografieren. Er sieht die Konsequenzen von Landgrabbing oder der schlechten Gesundheitsversorgung bei den Ayoreos und bekommt einen Einblick in das alltägliche Leben einer Gruppe, die um ihr kulturelles Überleben kämpft.

Die Fotografien entstanden in den Ayoreodörfern Campo Loro, Chaidi und Arocojnadi.

Herr Eroi lebt in Aroconjadi. Er wurde 1986 kontaktiert. Ich durfte ihn dort besuchen...

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